Die Schülerinnen und Schüler unserer Abteilung sind mehrfach beeinträchtigt.
Neben der Hörschädigung als primäre Beeinträchtigung haben die Schülerinnen und Schüler unserer Einrichtung einen zusätzlichen Förderbedarf im Bereich der Ganzheitlichen Entwicklung (GE). Das bedeutet: den Schülerinnen und Schülern unserer Abteilung fällt es schwer, Aufgaben zu verstehen, zu planen und angemessen zu handeln. Zudem haben Beeinträchtigungen in der geistigen Entwicklung unter anderem auch Auswirkungen auf das Lerntempo, die Durchhaltefähigkeit im Lernprozess, die individuelle Gedächtnisleistung, die Kommunikationsfähigkeit, das Selbstbewusstsein, die Fähigkeit sich auf wechselnde Anforderungen einzustellen, sowie bezüglich einer realistische Selbsteinschätzung.
Im Bildungsgang GE wird nach dem Lehrplan der Schulen mit dem Förderschwerpunkt Ganzheitliche Entwicklung des Landes Rheinland Pfalz unterrichtet. Das große Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler auf eine größtmögliche lebenspraktische Selbstständigkeit vorzubereiten. Insgesamt werden die Schülerinnen und Schüler zwölf Jahre lang unterrichtet und durchlaufen in der Regel während dieser Zeit 4 Stufen (Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe). Nach dem 10. Schulbesuchsjahr werden alle Schüler in die Werkstufe aufgenommen. In der Werkstufe liegt der Schwerpunkt des Unterrichts auf der Förderung der individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Hinblick auf eine berufliche Tätigkeit.
Alle drei Klassen unserer Abteilung sind durchgängig mit einer Sonderpädagogischen Fachkraft, sowie einem/ einer Förderschullehrer/-in besetzt. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in unseren Klassen beträgt ca. 6-8 Schüler, um so eine intensive, individuelle Betreuung gewährleisten zu können.
Das erste Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler auf eine größtmögliche lebenspraktische Selbstständigkeit vorzubereiten. Weitere wichtige Ziele in diesem Zusammenhang sind die Teilhabe am normalen Leben und die Vorbereitung auf das Arbeitsleben. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen auf ein möglichst erfülltes, selbst bestimmtes Leben vorbereitet werden.
Im Zentrum der gesamten Förderung steht die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler. Sie oder er ist mit ihren oder seinen individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Interessen stets Ausgangspunkt der Förderung. Jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler soll sich mit seinen Stärken und Schwächen, Bedürfnissen, Wünschen und Ängsten angenommen fühlen und in den Schulalltag einbezogen werden. Eine besondere Rolle im Schulalltag spielt das Schaffen von Erfolgserlebnissen für die Schülerinnen und Schüler, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern.
Prinzipien in der pädagogischen Arbeit sind das handlungsbezogene Lernen und das projektorientierte Arbeiten. Zum Unterricht gehört auch, das Klassenzimmer zu verlassen und außerschulische Lernorte aufzusuchen. Für die Schülerinnen und Schüler werden so lebensnahe, sinnvolle Lernsituationen geschaffen. Im Schulalltag ist viel Raum für Bewegung und motorische Förderung. Feste, Ausflüge und Schullandaufenthalte sowie Sport- und Kulturveranstaltungen sind fester Bestandteil des Schullebens.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit an unserer Schule ist der Erwerb einer Kommunikationsform. Für schwerhörige Schülerinnen und Schüler und solche mit einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung ist der Erwerb und Ausbau der Lautsprachkompetenz. Für gehörlose Schülerinnen und Schüler ist, bei entsprechenden individuellen Voraussetzungen, der Erwerb einer Gebärdensprachkompetenz in aktiver und passiver Form möglich. Für Schülerinnen und Schüler, deren Wohnort zu weit vom Schulstandort Trier entfernt ist, besteht die Möglichkeit der Unterbringung im Internat der Wilhelm Hubert – Cüppers - Schule, das sich auf unserem Schulgelände befindet.
Das Vorbereiten der Schülerinnen und Schüler auf die Zeit nach der Schule ist fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Es bestehen enge Kontakte zwischen der Schule und verschiedenen Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Tagesförderstätten und dem Integrationsfachdienst. Durch mehrwöchige Praktika in unterschiedlichen Einrichtungen werden die Schülerinnen und Schüler auf die Arbeitswelt vorbereitet.
Eine kontinuierliche Elternarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
Die Pädagogen der Klassen stehen in einem engen, stetigen Kontakt zu den Eltern, um einen gemeinsamen Weg der Förderung für die Schüler zu finden. Dieser wird neben Elternsprechtagen und Elternabenden noch durch gemeinsame Aktionen wie Elternnachmittage, gemeinsame Wanderungen, Kegelabende etc. verstärkt.

