Die zentrale Aufgabe der Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule war und ist es auch in Zukunft, den Hörgeschädigten die Teilhabe an Bildungsprozessen zu sichern. Lebenschancen werden zunehmend durch die Möglichkeiten dieser Teilhabe an den verschiedenen Bildungs- und Ausbildungsprozessen bestimmt.
Schule für Gehörlose
In den Anfängen beschränkte man sich auf die Unterweisung von gehörlosen Kindern in der Taubstummenanstalt und bemühte sich, durch eine Berufsschule für Gehörlose den Eingliederungsprozess in die Arbeitswelt zu begleiten. Heute gibt es in Trier noch zwei Klassen mit gehörlosen Hauptschülern.
In der Regel können heute gehörlose Schüler nach einer frühzeitigen und intensiven Frühförderung die Schule für Schwerhörige oder sogar Regelschulen besuchen. Die zunehmende Differenzierung der beruflichen Bildung macht den Besuch von Berufsbildungswerken und Berufsbildenden Schulen auch für unsere Schüler notwendig. 1999 haben die letzten gehörlosen Schüler unsere Berufsschule erfolgreich verlassen.
Schule für Schwerhörige
Im Jahre 1966 wurde die Schule für Schwerhörige am Landesheim und der Schule für Gehörlose eingerichtet.
Heute besuchen mehr als 70 schwerhörige Schüler unsere Grund- und Hauptschulklassen für Hörgeschädigte, seien es peripher Hörgeschädigte oder Schüler mit auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen. In diesen Klassen wird nach den Lehrplänen der Grund- und Hauptschule unterrichtet. Weil es nichts Ungerechteres als die Gleichbehandlung von Ungleichen gibt, sollen Schwache gefördert und Starke gefordert werden. Eine Aufgliederung des Bildungsangebotes war nach wenigen Jahren dringend geboten.
Realschule für Schwerhörige
Seit 1974 unterrichten wir an unserer Schule gut begabte Schüler in der Realschule für Schwerhörige, deren Einzugsgebiet ganz Rheinland-Pfalz, das Saarland und Luxemburg umfasst. Ein Drittel unserer Realschüler besucht nach dem Abschluss eine weiterführende Schule, z.B. die gymnasiale Oberstufe in Stegen oder Essen. Zudem haben Realschüler auch auf dem ersten Arbeitsmarkt wesentlich bessere Vermittlungschancen. Daher bleibt es bis heute unsere vorrangige Aufgabe, die zweifellos vorhandenen Bildungsreserven unter den Hörgeschädigten präziser zu erfassen und auszuschöpfen.
Hier sind wir auch auf die Zusammenarbeit mit den Schwesterschulen in Frankenthal, Neuwied, Lebach und Luxemburg angewiesen.
Durch die Integrierte Förderung ergeben sich neue Möglichkeiten der Erfassung. Manche Eltern können sich aber nicht zu der dann oft notwendigen Unterbringung in unserem schuleigenen Schülerheim durchringen.
Klassen mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Entwicklung
Ebenfalls schon 1974 wurden Klassen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung eingerichtet. Hier werden Schüler ihrem Leistungsvermögen entsprechend gefördert mit dem Ziel der sozialen Integration in die Arbeitswelt der Werkstätten für Behinderte und der Vorbereitung auf das betreute Wohnen und eine erfüllte Freizeitgestaltung.

