
Als im Religionsunterricht die Hungerkatastrophe in Somalia behandelt wurde, stand schnell die Frage im Raum, wie auch wir den Menschen in Somalia helfen könnten. Weil ein Flohmarkt- oder Kuchenverkauf schwierig zu organisieren waren, schien der UNICEF-Kartenverkauf genau die richtige Form.
Frau Junk von der Arbeitsgruppe UNICEF Trier kam in die Schule und berichtete anhand von Fotos über die Arbeit des Kinderhilfswerk UNICEF direkt vor Ort in Somalia, und anschließend konnten wir uns Weihnachtskartenmotive aus einem Katalog aussuchen von den Karten, die wir in den nächsten drei Wochen verkaufen wollten. „Ich finde den Kartenverkauf gut, „ meint Jan, „denn meine Familie und unsere Nachbarn helfen bestimmt mit, wenn ich ihnen erkläre, wofür das Geld ist. Und außerdem bekommen sie ja auch Weihnachtskarten für ihre Spenden.“
Nachdem wir Infoplakate in der ganzen Schule aushingen, ging es los. Gleich am nächsten Tag hatten die ersten fünf Schüler schon ihre Zehner-Päckchen verkauft und es mussten neue Karten bestellt werden. So ging es eigentlich die ganzen drei Wochen. Manche verkauften gleich ganze Zehner-Päckchen, manche Einzelkarten, aber auch ohne Karten zu verkaufen kam Geld zusammen. Roman berichtete: „Viele wollten von mir gar kein Wechselgeld zurück haben, und so konnte ich dieses Geld dann noch als Spende sammeln.“, und Fabian erzählte: „Manche wollten gar keine Karten, und haben dann einfach so gespendet.“
Nach drei Wochen kamen nur allein durch den Kartenverkauf 511,10 Euro zusammen. Unsere Hilfs-Begeisterung schwappte auch auf das Internat über, die Schüler in den einzelnen Wohngruppen wollten nun auch für UNICEF spenden und überreichten uns, den Schülern der O5 und O6, nochmal 110 Euro. All die viele kleine Spenden sowie eine großzügige Einzelspende brachte alles auf die Gesamtsumme von 1064,85 EURO.
Denn wie heißt es doch so schön in dem afrikanischen Sprichwort:
„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“

